Jéssica Botelho

Die LGW stellt ihre Empfehlungen zur globalen Diskussion über eine nachhaltige Entwicklung vor

Jéssica Botelho

03.06.2014 | Dienstag | 12:07 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Vom 30. Juni bis 11. Juli, fand die diesjährige Auflage der Hochrangigen Versammlung des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (Ecosoc), das High-Level Segment, im Hauptquartier der UNO in New York, in den Vereinigten Staaten statt. Das Thema, an dem sich die diesjährige Veranstaltung ausrichtete, war: „Die jetzigen und zukünftigen Herausforderungen zum Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) für das Jahr 2015 und zur Erhaltung der Erfolge der Entwicklung in Zukunft zu diskutieren.“

+ Lesen Sie die Deklaration der LGW zum High-Level Segment 2014


Zusätzlich zur Anwesenheit von Autoritäten und Repräsentanten der Mitgliedsländer, zählt der Ecosoc auf die Teilnahme von Nichtregierungsorganisationen (NGO’s), die einen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat innehaben. Für die UNO sind deren spezialisierte Kompetenzen und praktische Erfahrungen für die Entscheidungsgrundlagen dieses Organs äußerst wertvoll. Mit dem Beraterstatus ausgestattet, kann eine NGO eine spezialisierte Analyse von Themen, direkt auf der Grundlage ihrer Erfahrung auf ihrem jeweiligen Gebiet durchführen; dabei mithelfen internationale Übereinkünfte zu überwachen und in die Tat umzusetzen und bei der Aufklärung zu sachdienlichen Fragen zu helfen und vieles andere mehr. Davon abgesehen nehmen sie an offiziellen Versammlungen teil, präsentieren schriftliche und mündliche Deklarationen und können auch an offiziellen Treffen mit offiziellen Delegationen von Regierungen und anderen internationalen NGO’s teilnehmen.

Die Legion des Guten Willens (LGW) – eine Organisation der brasilianischen Zivilgesellschaft, die seit 1999 den Status eines allgemeinen Beraters beim Ecosoc innehält -  nimmt alljährlich an dieser wichtigen Veranstaltung teil. Die Institution stellt, in vier Sprachen (Spanisch, Französisch, Englisch und Portugiesisch) die brüderliche und ökumenische Botschaft ihres Vorsitzenden, José de Paiva Netto, sowie ihre Empfehlungen für diese Veranstaltung, aufgrund ihrer über 60-jährigen Erfahrung in Brasilien und in den sechs Ländern vor, in denen sie autonome Stützpunkte unterhielt: in Argentinien, Bolivien, den Vereinigten Staaten, Paraguay, Portugal und Uruguay.

In diesem Jahr stammen die Empfehlungen auch aus den Ergebnissen der von ihr geführten Debatten, welche die Institution anlässlich des 10. Intersektoriellen Forums des Netzwerks für eine Solidarische Gesellschaft durchführte, in einer Reihe von nationalen Veranstaltungen, die vom 20. bis 29. November 2013, in Argentinien, Paraguay, Uruguay und im Plurinationalen Staat Bolivien stattgefunden haben. Diese Treffen wurden von den Vereinten Nationen (Desa/UNO) unterstützt und zählten auf die Präsenz von Repräsentanten verschiedener lokaler Organe des UNO-Systems (Unic, Unicef, und Globaler Pakt).

Bei Fragen, oder für weitere Informationen zur Teilnahme der LBV beim High-Level Segment 2014, klicken Sie bitte hier und sprechen Sie mit uns.

Quelle: Mit dem Ecosoc arbeiten – Ein Leitfaden zum Beraterstatus für NGOs“ (Vereinte Nationen, 2012)

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

Deutsch

Veranstaltung über Erziehung, diskutiert Mobilisierung als Strategie des Lernens

Jéssica Botelho

15.05.2014 | Donnerstag | 11:14 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Vivian R. Ferreira

Ao fim do evento, participantes do 13º Congresso Internacional de Educação da LBV confraternizam.


Die Mobilisierung von Schülerinnen und Schülern bei jeglichen Projekten verlangt nach Dynamik und Planung, die deren Teilnahme, vorhergehendes Erleben und die Erkenntnisse, die mit diesem Thema in Zusammenhang stehen, wertschätzen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden, wenn diese in eine vorgeschlagene Aktivität mit einbezogen sind, zu Teilnehmern bei der Konstruktion von Wissen.

Diese Strategie des Lernens stellt das Anfangsmoment dar, das den Enthusiasmus bei der Kontinuität der zu entwickelnden erzieherischen Aktionen gewährleistet. Es handelt sich hierbei um die erste Stufe der MAPREI (Methode des Lernens durch Rationale, Emotionale und Intuitive Forschung), einer eigenen Lernmethode der Legion des Guten Willens (LGW), die in ihrem Unterrichtsnetzwerk und in ihren sozialerzieherischen Programmen Anwendung findet.

 

 

Vivian R. Ferreira

Educadores participam da oficina "A arte de despertar para aprender: vencendo dificuldades das necessidades educacionais especiais". A atividade faz parte do 13º Congresso Internacional de Educação da LBV, que tem como tema “Mobilização como estratégia de aprendizagem: uma visão além do intelecto”.

+ Sehen Sie Fotos des 13. Internationalen Kongresses für Erziehung, der LGW

+ Erfahren Sie mehr über den pädagogischen Vorschlag der Institution

In ihrer 13. Auflage, veranstaltet die LGW den Internationalen Kongress für Erziehung in der Stadt São Paulo in Brasilien, dessen diesjähriges Thema, die „Mobilisierung als eine Strategie des Lernens: eine Sicht über den Intellekt hinaus“ sein wird. Das Treffen, das vom 30. Juli bis 1. August stattfinden wird, richtet sich an Forscher, Dozenten, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Erziehungsfachleute und Interessierte. Ziel dieser Veranstaltung ist die Durchführung von pädagogischen Vorträgen und Workshops, die auf die weiterführende Ausbildung von Fachleuten auf dem Gebiet der Erziehung und anliegenden Bereichen abzielen und die sich auf einen Unterricht ausrichten, der,  bei der Konstruktion einer Kultur des Friedens, pädagogische Qualität mit Ökumenischer Spiritualität verbindet.

Erfahren Sie mehr über den pädagogischen Vorschlag der LGW und verfolgen Sie in Kürze Neuigkeiten von dieser Veranstaltung. Für weitere Informationen schreiben Sie bitte an: deutsch@boavontade.com.

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* Ökumenische Spiritualität – Dieser Wahlspruch der Legion des Guten Willens ist in all ihren soziedukativen Aktionen gegenwärtig, denn er wird verstanden als „die Wiege der allergroßzügigsten Werte, die der Seele entwachsen, der Wohnstätte der Emotionen und der von der Intuition erleuchteten Gedanken, der Umgebung, die all das umfasst, was über das vulgäre Feld der Materie hinaus geht und von der sublimierten menschlichen Sensibilität bestimmt wird, wie der Wahrheit, der Barmherzigkeit, der Moral, von Ethik, Ehrlichkeit und von der Brüderlichen Liebe.“ Auszug aus dem Buch Es ist dringend umzuerziehen!, welches die Grundlage der erzieherischen Richtlinie der LGW darstellt, und vom Erzieher Paiva Netto verfasst wurde, Autor von verschiedenen Bestsellern mit über 5,4 Millionen verkauften Werken.

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

 

 

Deutsch

Die LGW nimmt am globalen Treffen der UNO über die Aufwertung der Frau teil

Jéssica Botelho

11.03.2014 | Dienstag | 15:36 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Unter dem Thema „Challenges and achievements in the implementation of the Millennium Development Goals for women and girls“, versammelt die 58. Kommission der Vereinten Nationen zum Status der Frau vom 10. bis 21. März 2013, in ihrem Hauptquartier in New York, Regierungsdelegationen, Fachagenturen der UNO und Organisationen der Zivilgesellschaft zu einer Debatte über dieses so dringliche Thema.

Sehen Sie auch
- Zeitschrift GUTER WILLE Frau

- Sehen sie hier, wie die LGW die Rechte der Frau garantiert.

Dr. Lakshmi Puri, stellvertretende geschäftsführende Direktorin der UNO Frauen Organisation.

Die diesjährige Ausgabe dieser Veranstaltung richtet ihr Augenmerk auf Zugang und Partizipation von Frauen und Mädchen, zu und bei Erziehung, Ausbildung, Wissenschaft und Technologie, einschließlich bei der Förderung von Gleichheit beim Zugang von Frauen zu regulärer und angemessener Arbeit. Hinsichtlich dieses Themas gibt die geschäftsführende Vizedirektorin der UNO Frauenorganisation, Lakshmi Puri in einem Exklusivinterview mit der Zeitschrift GUTER WILLE Frau ihre Analyse ab: „Mädchen zeigen immer noch die Tendenz weniger die Schule zu besuchen als Jungen. Abgesehen davon überwiegen bei ihnen informale und zeitlich begrenzte Jobs. Auch hält das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt an, bei einem Unterschied von 24,8 Prozent im Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen und Bevölkerung.“

Die Legion des Guten Willens (LGW), die alljährlich an dieser Veranstaltung teilnimmt, teilt auch dieses Jahr mit dem anwesenden Publikum deren Praktiken auf dem Gebiet des Sozialen und der Erziehung, für Familien und Frauen, die sich in einer Situation von sozialer Verwundbarkeit befinden. In dieser Ausgabe stellt die Institution ihre sozialerzieherischen Vorschläge anhand der Zeitschrift GUTER WILLE Frau vor, die auf Spanisch, Französisch, Englisch und Portugiesisch herausgegeben wird, und die zur Beseitigung dieser traurigen Tatsachen mit beitragen. Als Höhepunkt bringt die Veröffentlichung die brüderliche Analyse des Vorsitzenden der LGW, des Journalisten, Rundfunksprechers und Schriftstellers José de Paiva Netto, zu den Erfahrungen der Institution  hinsichtlich der Verbindung bei der Anwendung der Menschenrechte mit den Werten der Ökumenischen Brüderlichkeit, bei der Konstruktion einer gerechteren und solidarischeren Gesellschaft.

Hinsichtlich dieser zukunftsweisenden Pionierarbeit der LGW bei einer Erziehung mit Werten, hob Frau Lakshmi Puri hervor: „Eine Organisation der Zivilgesellschaft, wie die Legion des Guten Willens – die einen großen Teil ihrer sozialen und erzieherischen Aktivitäten der Hilfe für Frauen und Kinder widmet und die Erziehung als Hauptstrategie zur Vorbeuge und beim Kampf gegen jede Art von Ungleichheit oder Gewalt der Geschlechter besitzt – ist etwas, das wahrhaftig mit uns und mit unserer Mission harmoniert. Ihr macht, wo immer ihr auch aktiv seid, dass ein wichtiger Teil unserer Mission voranschreitet. (…) Wir erkennen an, dass die Gewichtung, die die LGW auf die Erziehung legt, eine Schlüsselstrategie zur Vorbeuge bedeutet, die fundamental ist, für eine Veränderung der Denkweise um die Kultur des Machogehabes und der Ungleichheit. Aus diesem Grunde applaudieren wir euch, weil ihr dieses Thema zu eurer Strategie gewählt habt.“

Die Kommission

Gabriela Marinho

NOVA YORK, EUA —  Público presente no evento que discute, entre os dias 10 e 21 de março, as conquistas e os desafios para o alcance dos oito Objetivos de Desenvolvimento do Milênio voltados para o gênero feminino.

Im Gründungsjahr der UNO, im Jahr 1946, richtete der Wirtschafts- und Sozialrat (Ecosoc) die Kommission zum Status der Frau als das prinzipielle politische Entscheidungsorgan ein, das ausschließlich auf die Gleichheit der Geschlechter und den Fortschritt der Frau ausgerichtet ist. Eine ihrer ersten Handlungen war es, die Geschlechterneutralität innerhalb des Projekts der Universalen Deklaration der Menschenrechte zu garantieren. In Gesprächen am runden Tisch, sowie in Ausschüssen setzte die CSW globale Ziele und begründete politische Formeln zur Wertschätzung der Frau.

Indem sie die Aktionsplattform und die Deklaration von Beijing (China) im Jahre 1995 erneut bestätigt und die Konvention zur Beseitigung aller Formen von Diskriminierung von Frauen im Jahre 1979 ratifiziert hatte, begrüßt die Kommission die Regierungen, den UNO-Komplex, regionale und internationale Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die Zivilgesellschaft, den privaten Sektor und die übrigen, für diese kooperative Verpflichtung relevanten Akteure.

Übersetzung: Thomas Hempfing

Deutsch

Die LGW und Esperanto, gemeinsam für die Verbreitung des Unbegrenzten Ökumenismus in der ganzen Welt

Jéssica Botelho

12.12.2013 | Donnerstag | 19:19 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Es besteht kein Zweifel darüber, dass das Esperanto unzählige Arbeiter anzieht, die ihr Bestes für die Verbreitung dieser internationalen Sprache tun. Dies rührt von der Tatsache zweier Aspekte, die für die Studierenden von großem Interesse sind: der linguistische und der idealistische, der sich sehr mit der Legion des Guten Willens identifiziert. Der viel vermisste Gründer der Institution, Alziro Zarur, legte das Potenzial zur Weiterentwicklung der Sprache Zamenhofs dar, indem er sie mit der Tätigkeit der LGW verband. Von daher hält die Organisation das Esperanto seit ihrer Gründung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln in Ehren und verwirklicht eines ihrer Ziele: „für die weitest reichende Verbreitung der internationalen Sprache Esperanto zu kämpfen, jenes wertvolle Element der Verbrüderung der Völker, unter der Berücksichtigung, dass die LGW das Esperanto unter den Religionen ist, wie auch das Esperanto die LGW unter den Sprachen darstellt.“

Das im Jahre 1988 veröffentlichte Buch des Schriftstellers Paiva Netto, Meditadoj kaj Pensoj – Dialektiko de Bona Volo, stellte das erste von der LGW in dieser internationalen Sprache herausgegebene Buch dar. Die redaktionelle Präsentation war Thema eines Artikels der Zeitschrift Esperanto, dem offiziellen Organ der Universalen Vereinigung für Esperanto (UEA), und wurde in den 1980er Jahren, unter dem Titel „Eine Brasilianische Ökumenische Organisation benutzt Esperanto“, von Professor Jorge das Neves verfasst. 

In den Anfängen der LGW ins Leben gerufen, hat die Abteilung für Esperanto das Ziel, die Unbegrenzt Ökumenische Botschaft der Institution über den gesamten Erdball zu verbreiten, und diese internationale Sprache als ein mächtiges Instrument der Vereinigung hierfür zu gebrauchen. Diese umfassende Sicht des Ökumenismus, die sich dem, aus der Berichterstattung bekannten „Kulturschock“ – der die Bevölkerungen in einen ungewöhnlichen Krieg mitreißen könnte, der möglicherweise schlimmer wird als man es sich bisher geträumt hat – entgegenstellt, stammt vom Journalisten José de Paiva Netto, dem Vorsitzenden der LGW.

Als ein großer Unterstützer der Verbreitung des Esperanto bekannt, benutzt Paiva Netto die Sprache als ein Werkzeug zur Verbreitung des Ökumenismus, der, seiner Meinung nach, als Universalismus, als Brüderlichkeit ohne Grenzen aufgefasst werden muss. „Wenden wir uns also dem Ökumenismus der Herzen zu, der uns davon überzeugt keine Zeit mehr mit Hass und sterilen Inhalten zu vergeuden, sondern der uns den Gefallenen die Hand reichen lässt, denn Schmerz bewegt tief; der das Hemd auszieht, um die Nacktheit zu bedecken, der zum heilenden Balsam beiträgt, für den der krank ist; der Witwen und Waisen schützt; der weiß, dass Erziehung mit Spiritualität immer wichtiger für den Fortschritt der Völker wird, denn Ökumenismus und Erziehung sind dem Frieden zugewandt“, so erklärte er in der Zeitschrift Solidarische Gesellschaft (7. Ausgabe), die von der Vertretung der LGW im Jahre 2000 beginnend, auch auf Esperanto, der UNO überreicht wurde.

Der Italiener Corsetti bezeugte seine Bewunderung vor diesem Ideal: „die LGW, ebenso wie das Esperanto, arbeitet um die Welt zu verbessern. Während Esperanto dies auf kulturelle und theoretische Weise bewirkt, schafft dies die LGW in der Praxis, auf konkrete Art, für die Unterstützung der Menschen hier und heute. Ich wünsche Euch viel Erfolg!“.

Ebenso wie die oben genannte Zeitschrift Solidarische Gesellschaft, wurden, auf Initiative des Leiters der LGW, verschiedene andere Publikationen mit der Botschaft der Institution in diese Sprache übersetzt, wie beispielsweise ökumenische Gebete, Literaturseiten, Bibelzitate, Zeitschriften, Faltprospekte, Zeitungen, Broschüren, Kinderbücher und vieles mehr. Außerdem wäre das Portal Bona Volo zu erwähnen, dessen Ökumenisch Spirituelle Inhalte ständig aktualisiert werden.

„Ich lese und übersetze die Texte der Legion des Guten Willens mit großem Vergnügen. Dies ist eine ehrenhafte Arbeit für mich. Ihre Weltanschauung vereint den Idealismus in wunderbarer Weise mit der Praxis. Die LGW hat einen hervorragenden Weg gefunden, an dessen Nützlichkeit kein gutmeinender Mensch zweifeln kann: die Solidarität, die über allen Details der Glaubensrichtungen steht; die Philanthropie, die sich über allen sterilen Diskussionen zum Glauben befindet; die Erziehung mit moralischer Stimulation; und die soziale Unterstützung mit Würde und Respekt.“ (Paulo Sergio Viana, Vizepräsident der Brasilianischen Liga für Esperanto (BEL).

In der Zeitschrift BONA VOLO (Guter Wille), Ausgabe Nr. 65 publizierter Artikel, der anlässlich des 94. Universalen Kongresses für Esperanto in Bialystok in Polen veröffentlicht wurde.

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

Deutsch

Dankbarkeit das Gute zu vervielfachen

Jéssica Botelho

02.12.2013 | Montag | 18:09 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Sie ist mehr als nur ein Gefühl. Die Dankbarkeit bewegt Millionen Menschen auf der ganzen Welt dazu, die ihnen gegebene Hilfe zurück zu geben und mit solidarischen Aktionen zu verwirklichen. Begeistert davon, ein Lachen auf dem Gesicht des Anderen zu sehen, erkennen sie für sich im Volontariat den sicheren Weg um das Glück zu finden, und von Nahem die Veränderung zum Guten im Leben bei vielen Anderen zu sehen, die nehmen und geben.

Mehr darüber
Lesen Sie den Artikel von Paiva Netto: „Ein Bürger, genannt Solidarität“
Volontariat und Ökumenische Bürgerschaft in Portugal


Die Tourismusfachfrau Rosiane de Àvila Batista erinnert sich an die glücklichen Augenblicke, die sie bei der Legion des Guten Willens erlebt hat, als sie noch in Brasilien wohnte.

Die Dankbarkeit, die noch dazu von einem Ideal und der Verpflichtung um die Sache verstärkt wird, wird so zu einer der grundlegenden Komponenten des Engagements in der Freiwilligenarbeit. Diese humanitäre Formel fasst zusammen, was im Leben der Tourismusfachfrau Rosivane de Àvila Batista geschehen ist. Sie absolvierte im Jahr 2005 einen Berufsausbildungskurs zur Kellnerin, der vom Gemeinschafts- und Sozialhilfezentrum der Legion des Guten Willens (LGW) in der Stadt Ribeirão Preto in Brasilien angeboten wurde. Gleichzeitig begann sie, als freiwillige Helferin in den Theaterklassen für Kinder an mitzuarbeiten, die vom Programm LGW: Kinder – die Zukunft in der Gegenwart!, der LGW unterstützt werden.

„Ich kehre nach Orlando zurück und nehme diese süße Erinnerung an die LGW mit mir“
Heute lebt Rosivane in Orlando, in Florida (USA), und, bei einem Besuch in Brasilien, bestand sie darauf die LGW zu besuchen, um sich für die von der Institution ihr gegenüber gegebenen Möglichkeiten zu bedanken. „Ich habe es gar nicht erwarten können, hierher zu kommen, und mich zu bedanken, denn ihr habt ja keine Ahnung wie jener Kurs, den ich hier in der LGW absolviert habe, mir bei meiner Arbeit dort in den USA geholfen hat. Deshalb danke ich vielmals für diese Gelegenheit das lernen zu können, was ich heute im Bereich des Hotelfachs täglich gebrauche. Auch danke ich dafür, dieses wunderbare Haus habe kennenlernen dürfen, das uns aufnimmt und uns lehrt das Gute zu säen. […] Heute komme ich aber auch, um etwas wieder zurückgeben zu können und bringe einige kleine Geschenke für die Kinder mit, denn ich erinnere mich immer mit Zärtlichkeit an sie zurück“, berichtet Rosivane, als sie den von der LGW unterstützten Kindern pädagogische Spiele überreicht.

Indem sie die Entdeckung ihrer neuen Fähigkeiten, aufgrund ihrer Tätigkeit in der LGW, sowohl als Schülerin, als auch als Mitarbeiterin hervorhebt, zeigt die junge Frau erneut ihre Dankbarkeit: „Ich habe vor ungefähr drei Jahren als freiwillige Helferin hier teilgenommen, als ich Theaterunterricht für die Kinder gab und ich würde gerne auch heute hier sein können und am Alltag teilnehmen, denn die Zeit, die ich hier verbracht habe, war äußerst bereichernd. Ich fahre nun nach Orlando zurück und nehme diese süße Erinnerung an die LGW im Herzen mit, zusammen mit ihrer Adresse in New York, damit ich ihr immer nahe sein kann […]. Wer einmal als freiwiller Helfer bei der LGW gewesen ist, der behält dieses gute Gefühl sein Leben lang bei. Ich bin mir sicher, dass dies im Leben des betreffenden Menschen einen großen Unterschied ausmachen wird.“

Arquivo Pessoal
Der junge Hayan Carlson bei seinem Vortrag im Gemeinschafts- und Sozialhilfezentrum der LGW in Itabuna (Brasilien) zum Thema „Berufliche Entwicklung“.
Ein junger Mann kehrt zur LGW zurück, um von dem etwas zurückgeben zu können, was er gelernt hat
Glücklicherweise wiederholen sich Geschichten, wie die Rosivanes, jeden Tag von neuem. Vor 13 Jahren nahm der junge Hayan Carlson am Informatikkursus des Gemeinschafts- und Sozialhilfezentrums der LGW in Itabuna, im Hinterland von Bahia (Brasilien) teil. Hayan, der gerade dabei ist seinen Abschluss in Betriebswirtschaft zu machen, war damals Teil einer Gruppe von freiwilligen Helfern, die seit dem zweiten Semester 2012, eine Reihe von Vorträgen abhielt. Er selbst hielt eine Vorlesung zum Thema „Berufliche Entwicklung“ und zeigte den von der LGW unterstützten Kindern ein Panorama des Arbeitsmarktes, mit der Qualifikation als Schwerpunkt, und motivierte so die neuen Schülerinnen und Schüler.

Für den Universitätsstudenten öffnet diese Initiative der Institution für viele Jugendliche die Tore des Wissens. Er weist hierbei auf sein eigenes Beispiel hin: „Vor 12 Jahren hat mir der Informatikkursus der LGW sehr in meiner beruflichen Karriere geholfen. Der Kurs hier, hat mir die Türen zum Arbeitsmarkt geöffnet, in den ich mich Gottseidank habe einfügen können. Die heutige Erfahrung war sehr wertvoll, viele Leute sind von hier weggegangen und haben festgestellt, dass auch sie in der Lage sind ihre Träume zu verwirklichen. Ich danke der LGW für die Möglichkeit ein wenig von meinem Wissen abgeben zu können… das macht mich glücklich.“

An diesem 5. Dezember, dem Internationalen Tag des freiwilligen Helfers, beglückwünscht die LGW Sie, lieber Freund, liebe Freundin des Guten Willens und bedankt sich bei Ihnen dafür, dass es durch Ihre Arbeit möglich geworden ist, dass ganze Familien eine bessere Zukunft für sich selbst haben schaffen können, und für die Gesellschaft in der sie leben. Unser ewiger Dank an Sie, für Ihre aufgewendete Zeit, für das Wissen, das Sie mit anderen geteilt haben und für dieses an die zukünftigen Generationen gerichtete Erbe.

Wenn Sie bisher noch nicht bei uns mitarbeiten und bei diesem Team der Solidarität mitmachen wollen, dann wählen Sie doch bitte aus den weiter unten aufgeführten Niederlassungen die für Sie am nächsten gelegene aus: 

- Argentinien
- Bolivien
- Brasilien
- Vereinigte Staaten von Amerika
- Paraguay
- Portugal
- Uruguay

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

Deutsch

Über die soziale Inklusion hinaus

Jéssica Botelho

27.11.2013 | Mittwoch | 17:24 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Divulgação
Einwohnerin von Natal in Brasilien, erste Lehrerin des Landes mit Down-Syndrom, nahm am regulären Schulunterricht teil. Im August veröffentlichte sie das Buch Débora erzählt Geschichten. Das Werk richtet sich an Kinder und enthält Geschichten, die sich des Themas der Inklusion annehmen. Vorurteile, Ablehnung, Zuversicht und Freundschaft finden sich in den Geschichten über die Tiere auf einem Bauernhof und deren Probleme. Wie zum Beispiel die des behinderten Froschs, des tauben Huhns und des Vögelchens mit dem gebrochenen Flügel.

Fähigkeiten und Möglichkeiten von Menschen mit Behinderung aufzuwerten, anstatt deren Handicap noch deutlicher zu machen, ist ein fundamentaler Schritt zur Konsolidierung von Inklusion. Nach Schätzungen der Organisation der Vereinten Nationen leben ungefähr 15% der Weltbevölkerung, also annähernd 1 Milliarde Menschen, mit irgendeiner Art von Defizienz. Obwohl diese Zahl hoch ist, so ist dies doch für viele ein Thema das wenig Interesse hervorruft und ignoriert wird. Auf dem Arbeitsmarkt beispielsweise, sind, für die Mehrheit der Arbeitgeber, Menschen mit Behinderungen nicht in der Lage zu arbeiten. Sie wissen nicht, wie man mit einem Computer umgeht, oder sie sind einfach nicht qualifiziert genug.

Lesen Sie auch
Artikel des Journalisten Paiva Netto „Down-Syndrom“

Man könnte sagen, dass nicht die geringste Anstrengung gemacht wird, um die Fähigkeiten dieser Menschen zu entdecken und zu entwickeln, die, ebenso wie jeder andere Mensch, Gefühle haben und Intelligenz und ihre eigenen Lebensziele besitzen. In einem Interview mit dem Programm Solidarische Gesellschaft*2, setzt sich Karolline Sales, Assessorin für Kommunikation der Brasilianischen Vereinigung für Blinde (ONCB) mit diesem Thema auseinander: „Ich kenne verschiedene Menschen mit Sehbehinderung, die graduiert sind, oder post-graduiert, oder die bereits ihren Master-Abschluss besitzen. Also, dieses Argument, dass sie keine Qualifizierung besäßen, das ist mehr hypothetisch als real. Natürlich gibt es Menschen, die keine Qualifizierung besitzen, die findet man aber nicht nur bei Behinderten, sondern auch unter Menschen ohne Behinderung.“

Arquivo Pessoal
Der erste Mensch mit Down-Syndrom tritt seinen Dienst als Stadträtin in Valladolid in Spanien an. Die Antrittsfeierlichkeiten für die Verwaltungshilfskraft fanden im Juni statt, als sie den Platz eines wegen Korruption entlassenen Stadtrats einnahm. 

Für die Vereinten Nationen stellen also die Barrieren, denen sich die Menschen mit Behinderung entgegengestellt sehen, eine Benachteiligung für die Gesellschaft als Ganzes dar. Eine Barrierefreiheit ist notwendig, um egalitären Fortschritt und Entwicklung gewährleisten zu können. „Forschungen und Experimente haben gezeigt, wenn die Barrieren für den Zugang zur Inklusion beseitigt werden, Menschen mit Behinderung in der Lage sind, vollständig am Leben der Gesellschaft teilzunehmen, wobei die Gesellschaft insgesamt profitiert“, dies bestätigt die Sekretärin der Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderung (SCRPD) bei der Organisation der Vereinten Nationen.
 

 

INKLUSION DURCH SPORT

Das Beispiel für Enthusiasmus und Überwindung des paraolympischen Leichtathleten Lucas Prado illustriert gut diese Aussagen. Im Juli 2013 beendete Brasilien die paraolympische Weltmeisterschaft der Leichtathleten mit 40 Medaillen, davon 16 Gold-, 10 Silber- und 14 Bronzemedaillen. Brasilien erzielte so den dritten Gesamtplatz dieser Weltmeisterschaft, die in Lyon in Frankreich ausgetragen wurde. Als einer seiner herausragenden Athleten gewann Lucas Prado zwei Goldmedaillen: 100m T11 und 200m T11 (Kategorie für Athleten mit Sehbehinderung).

In seiner Jugend sah Lucas sich einer dramatischen Situation entgegengestellt: er verlor sein Augenlicht. Aber dennoch fand er Kraft im Sport um weitermachen zu können. Der Kommunikation des Guten Willens*3 erzählte er ein wenig von seiner Geschichte, die in der Tat einer Medaille würdig ist.

GUTER WILLE – Wann haben Sie Ihr Augenlicht verloren?
Lucas Prado – Von meinem siebzehnten Lebensjahr an habe ich nach und nach mein Augenlicht aufgrund einer Netzhautablösung in einem Auge verloren. Danach [am anderen Auge] erkrankte ich an einer makularen Chorioretinitis (Entzündung am Augenhintergrund). Ich wurde depressiv… und ich wollte mir bereits das Leben nehmen, aber, der Sport hat mir eine neue Chance zu leben gegeben.

GW – Worin liegt die größte Schwierigkeit für einen Sehbehinderten?
Lucas – In meinem Fall war es, zu akzeptieren, dass ich erblindet war, dass ich nichts mehr sehen konnte. Es ist alltäglich, dass wir Menschen sehen, die ihre Behinderung nicht akzeptieren können; dieses Vorurteil sich selbst gegenüber, das ist das Schlimmste von allem. Es gibt aber auch die Barrieren, die man den Behinderten gegenüber errichtet. Heutzutage beeindrucke ich die Menschen damit, dass ich dieselben Dinge mache wie ein Nichtbehinderter, ich arbeite beispielsweise mit dem Computer, ich gehe alleine zur Toilette, gehe auf die Straße, fahre mit dem Bus, verreise etc.

Saulo Cruz
2012 errang Lucas Prado (l) zwei Silbermedaillen bei den Paraolympischen Spielen in London.


GW – Die Gesellschaft muss sich also inklusionsbereiter zeigen…
Lucas – Viele Leute glauben, dass ein Behinderter nicht in der Lage ist dieselben Dinge zu tun wie ein sogenannter normaler Mensch. Vielleicht wissen sie es nicht, aber mein Lehrer für Fortbewegung ist selber blind, genauso wie meine Braille-Lehrerin, die mir auch den Gebrauch des Computers beigebracht hat. Ich sage immer, wenn man mir heute Heilung für meine Behinderung böte, so würde ich sie nicht annehmen, denn ich glaube, dass ich so zu einem besseren Menschen geworden bin, der jede Herausforderung annimmt.

GW – Bis zu dieser Weltmeisterschaft in Lyon, was waren Ihre besten Resultate?
Lucas – 2008 gewann ich drei Goldmedaillen bei der Paraolympiade in Peking, China. 2012 habe ich an den Paraolympischen Spielen von London teilgenommen und brachte zwei Silbermedaillen mit nach Hause. Das war mein schwierigster Wettkampf gewesen, denn ich musste mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel an den Start gehen. In diesem Jahr habe ich zwei weitere Goldmedaillen gewonnen und habe noch dazu bei der paraolympischen Leichtathletikweltmeisterschaft in Frankreich, meinen eigenen Rekord um 1,03 Sekunden, auf 10,99 Sekunden verbessert.

Diese Kultur der Diskriminierung muss dringendst unterbrochen werden. Für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu kämpfen, heißt also, es zuzulassen, dass alle dieselben Chancen bekommen, ihre eigene Identität, zusammen mit dem ausleben zu können, was diese für sich selbst idealisieren. Der Journalist und Schriftsteller Paiva Netto, Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW), schließt folgendermaßen: „Die wahrhaftige Befreiung des Menschen und seines unsterblichen Geistes aus der Sklaverei, wird diejenige sein, die von der Kultur der gegenseitigen Achtung gestärkt ist, deren Reichtum in der Vielfalt der Ideen zum Frieden unter den Menschen zählt“.

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*1 Dieser Tag wird am 3. Dezember begangen.
*2 Das Programm Solidarische Gesellschaft wird von Montag bis Freitag um 3Uhr30, 18Uhr30 und um 22Uhr30, an Sonntagen um 7Uhr30 und 22 Uhr (brasilianischer Zeit) übertragen. Sie können auch Online über das Portal des Guten Willens, www.boavontade.com/deutsch mit dabei sein.
*3 Super Netzwerk des Guten Willens für Kommunikation – dieser Ausdruck bezieht sich auf die Kommunikationsmedien des Guten Willens, deren Zielsetzung es ist die brüderlichen Ideale des Ökumenismus ohne Grenzen zu verbreiten: Super Netzwerk des Guten Willens Radio, Guter Wille TV (Kanal 20 SKY), das Netzwerk für Erziehung und Zukunft TV – Umerziehen. Das Portal des Guten Willens, sowie die Veröffentlichungen der Ökumenischen Spiritualität.

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

Deutsch

Die Stimme der Jugend: Aids ohne Vorurteil

Jéssica Botelho

01.12.2014 | Montag | 7:52 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

Was würden Sie tun, wenn sie entdeckten, dass jemand in ihrer Familie am HIV/Aids Virus erkrankt wäre? Würden Sie sich von ihm abwenden, oder helfen? Würden Sie mit Vorurteilen reagieren? Das Team des Portal des Guten Willen hat im Institut für Erziehung José de Paiva Netto, in São Paulo (Brasilien) eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern der dortigen Sekundarstufe gestartet, wie sie darüber denken.

Lesen Sie mehr dazu:
Artikel des Journalisten Paiva Netto: „Aids – im Kampf nicht nachlassen“
Mit Aids zu leben heißt „jeden Tag eine neue Herausforderung überwinden“, so bestätigt eine Betroffene


Während dies für viele ein Tabuthema sein könnte, so ist es für diese Jugendlichen kein Problem über Aids zu sprechen. Dies kommt daher, dass in allen Schulen der Legion des Guten Willens (LGW) deren eigene Methode, die Disziplin des Gemeinschaftsunterrichts*, im Stundenplan mit einbegriffen ist. Hierbei betreiben sie Forschung und führen Debatten zu dieser Krankheit (was diese bedeutet, wie sie übertragen wird, wie man sie behandelt und, natürlich, wie man ihr vorbeugen kann), ohne Scham oder Furcht sich darüber zu informieren, und sie gelangen hierbei zu interessanten Ergebnissen.

João Nery
Einige Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe des Instituts für Bildung und Erziehung José de Paiva Netto in São Paulo, (Brasilien), nehmen an der Debatte über Aids teil, die unter der These des Leiters der LGW, Paiva Nettos steht, „Aids - der Virus des Vorurteils ist bedrohlicher als die Krankheit selbst.“


Oftmals werden die Träger des HIV-Virus aufgrund mangelnder Information ausgeschlossen, und gerade dies schürt das Vorurteil. „Es existieren Mythen, hinsichtlich der Kontamination, die verschwinden müssen. Viele Menschen diskriminieren Aids-Kranke, gerade weil sie die Krankheit nicht gänzlich verstehen“, so kommentiert die 18 –jährige Sabrina Caetano.

Nach Meinung von Priscila Mendes, 18, ist das Vorurteil an dem Aidskranke leiden, schwerwiegend, und „es kann von der eigenen Familie ausgehen, die, ebenso wie die Gesellschaft, über diese oftmals richtet anstatt sie willkommen zu heißen und zu verstehen.“ Diese Haltung resultiert in einem „Preisgegeben sein“, das den Kranken noch tiefer trifft. Und in genau diesem Augenblick ist er auf eine größere Unterstützung und Solidarität angewiesen, so ergänzt Rene Clemente, 18.

Selbst wenn sie sich in Behandlung befindet, sollte und muss eine mit Aids infizierte Person normal leben, ohne sein affektives und soziales Leben aufzugeben. Sie hat gleichfalls das Recht zu arbeiten, zu lieben, spazieren zu gehen, sich zu vergnügen und Freunde zu machen. Das ist es, was Amy de Souza, 18, bestätigt: „Ein mit Aids infizierter kann mit anderen Menschen in der Gesellschaft zusammenleben. Wenn er andere berührt oder sich einfach nur mit ihnen unterhält, so ist es nicht möglich sich an der Krankheit anzustecken.“ 

Der Schüler Matheus Araújo, 19, erinnert daran, dass es Krankheiten gibt, die tödlicher sind als Aids – wie beispielsweise die Diabetes, die in Brasilien, dem Gesundheitsministerium zufolge, vier Mal mehr Todesopfer fordert. Und es gibt noch weitere, die wesentlich ansteckender sind und die durch die Luft übertragen werden, wie bei der Grippe. Aber, das Vorurteil den Trägern des Aids-Virus gegenüber, ist äußerst aggressiv geworden. „In einer Unterrichtsstunde zeigte die Lehrerin ein Video, in dem simuliert wurde, dass einer der Sitze in der U-Bahn, speziell für Aids-Kranke reserviert wurde. Viele Menschen gingen an diesem Sitz vorbei und setzten sich nicht hin. Dies zeigt sehr gut die Ignoranz der Menschen auf, denn ein an Grippe erkrankter Mensch ist in dieser Situation für andere gefährlicher als ein Aids-Kranker“, so erläutert der Schüler.

Dem Bericht des Gemeinschaftsprogramms der Vereinten Nationen über HIV/Aids (UNaids) zufolge, leben HIV-Infizierte inzwischen länger und die aufgrund der Krankheit auftretenden Todesfälle nehmen wegen der Effizienz der antiretroviralen Therapien weiterhin ab. Dieser Fortschritt beim Zugang zu Behandlung ist in der Tat zu begrüßen, man sollte allerdings nicht vergessen, dass weltweit immer noch über 35 Millionen Menschen, die mit HIV infiziert sind leben. Und die neuen Generationen benötigen dieses Wissen dringend: „Der Gemeinschaftsunterricht bietet Gelegenheit zu einem Überdenken unserer Haltung und der Gestaltung einer besseren Zukunft für uns und die neuen Generationen. Die Jugend könnte sogar einen falschen Weg beschreiten, was verhindert werden kann, wenn es zuvor einen Ort wie diesen, zur Warnung und zu einer Debatte ohne Vorurteil gegeben hätte“, so vertritt dies Priscilla Mendes.

Für Carolina Santos, 19, „sollten Unterrichtsstunden wie diese, von Gesetz wegen, in den Schulunterricht mit einbezogen werden, denn es fehlt immer noch an Information, Interesse und Einfühlungsvermögen. Andernfalls werden Ignoranz und Vorurteil jeden Tag zunehmen.“ Marcus Vinicius Scolari, 18, fügt weiterhin hinzu: „Es dürfte keinerlei Diskrimination geben, weder den mit Aids Infizierten gegenüber, noch gegen irgendetwas anderes, seien dies Religion, sexuelle Orientierung, Ethnie, oder den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen gegenüber, denn wir sind alle Menschen, mit all unseren Fehlern und Vorzügen. Wir sollten all diese Unterschiede respektieren.“

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*Gemeinschaftsunterricht — Die Disziplin des Gemeinschaftsunterrichts, die vom Erzieher Paiva Netto ins Leben gerufen wurde, lädt die Schülerinnen und Schüler zu Aktivitäten in Forschung und Diskussion, zu wichtigen Themen des Alltags ein. Er wird im Unterrichtsnetzwerk der Legion des Guten Willens im ganzen Land, sowie im Ausland angewendet. 

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

Deutsch

Gegen Verschwendung und für den Planeten Erde

Jéssica Botelho

07.10.2013 | Montag | 11:41 Uhr | Aktualisiert am 22.09. um 16:08 Uhr (Uhrzeit Brasília)

„In einer Welt mit sieben Milliarden Menschen, die im Jahre 2050 auf die neun Milliarden zugehen werden, macht Nahrungsmittel-verschwendung, weder wirtschaftlich, noch ökologisch und ethisch gesehen, einen Sinn“, so bestätigt der Untergeneralsekretär und Geschäftsführer des Programms der Vereinten Nationen für die Umwelt (PNUMA), Achim Steiner. 

Die Folgen dieser Nahrungsmittelverschwendung liegen dabei nicht allein auf finanziellem Gebiet. Ökologisch gesehen, führt sie auch zur Verschwendung von chemischen Produkten, wie Dünger und Pestiziden, sowie Treibstoffen für den Transport. Auch erzeugt sie organischen Müll, der wiederum mehr Methangas erzeugt – eines der Treibhausgase, die für die Umwelt am schädlichsten sind. In Übereinstimmung mit der Organisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft (FAO)*, werden alljährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet; dies stellt dieselbe, der in der gesamten Subsahara Zone erzeugten Menge dar. Abgesehen davon geht einer von sieben Menschen auf der Welt mit Hunger zu Bett und über 20 000 Kinder unter 5 Jahren sterben täglich an Unterernährung.

Diese besorgniserregenden Zahlen könnten mit einfachsten Initiativen reduziert werden, beispielsweise in denen von Konsumenten und Einzelhändlern des Lebensmittelsektors zu einer drastischen Reduktion von verschwendeten Nahrungsmitteln und der Hilfe zur Schaffung einer nachhaltigen Zukunft. Dies untermauerte im Jahre 2013 die Kampagne der Vereinten Nationen zum Welttag der Umwelt (am 5. Juni), mit der Unterstützung der Internationalen Organisation zum Schutz der Konsumentenrechte – Consumers International (CI) – deren Slogan lautet: „Denken. Essen. Bewahren.“

Nachhaltiger Konsum
Dies stellt ein immer mehr diskutiertes Konzept dar, das „mehr und besser, mit weniger“, zu tun beabsichtigt, anhand der Reduzierung des Gebrauchs natürlicher Ressourcen. Es ist essentiell, die Standards des heutigen Lebens zu ändern, und zwingt uns dazu, innovative und kreative Lösungen anzunehmen, hinsichtlich unserer Art und Weise wie wir mit den uns zugänglichen und von uns konsumierten Produkten und Dienstleistungen umgehen. Man muss zeigen, dass, angefangen bei der Produktionskette bis hin zum Verbraucher, es in keiner Phase dieses Prozesses zu Gewinnzielen kommen darf. Eine dieser Aktionen ist die Agroökologie. „Alle Art von menschlicher Aktivität hat irgendeine Auswirkung auf die Umwelt. Wir sind die einzigen Wesen, die unsere Umwelt bewusst zerstören. (…) Die Idee [der Agroökologie] ist es, dass wir in der Lage sind die Umwelt wiederherzustellen. Dass wir unser Auskommen haben, unser Haus, unser Leben, wir es aber erlauben, dass die anderen Lebewesen und der Planet überleben können“, so erläutert die Projektkoordinatorin der NGO SerrAcima, Maria Teresinha.


In seinem Artikel, „Formen den Fortschritt zu erzielen“, sagt der Journalist, Rundfunksprecher und Schriftsteller Paiva Netto, Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW): „Im dritten Jahrtausend, das … Tausend Jahre hat, werden wir eines Tages alle verstehen, dass das Spiritualisieren der Kreaturen, und somit die Erhöhung ihrer moralischen Kondition, die einzige Form darstellt den Fortschritt zu erzielen – was nicht den der Zerstörung bedeutet – für den gesamten Planeten.“

Die LGW, eine Organisation der Zivilgesellschaft, die in 7 Ländern aktiv ist, versteht, dass die planetarische Transformation bei der Erziehung und Umerziehung eines jeden Bewohners beginnt. Aus diesem Grund ist es ein Anliegen der Institution in all ihren Einheiten – Schulen, Gemeinschaftszentren und Altenheimen – und Kampagnen für eine soziale Mobilisierung diesen Gedanken ihres Leiters darzulegen: „Der Brosame von heute ist die reiche Mahlzeit von morgen.“ Auf diese Weise werden Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren dazu mobilisiert, über die Verteilung und korrekte Wiederverwertung von Nahrungsmitteln nachzudenken. Eine verantwortungsbewusste Haltung zu haben und über die Bedeutung des korrekten Gebrauchs der Materialien nachzudenken und Verschwendung zu vermeiden, ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigen Planeten.


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*Global Food Losses and Food Waste – FAO, 2011
The environmental crisis: The environment’s role in averting future food crisis – UNEP, 2009

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes

Deutsch