Ein Friedenswort

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Der Kreuzzug der Schwesterreligionen – ein Schritt, der die religiöse Landschaft in Brasilien veränderte

Jéssica Botelho

04/01/2012

Haben Sie schon einmal an die Möglichkeit gedacht, Religiöse, Philosophen und Spezialisten der verschiedensten Gebiete, die auch verschiedene Thesen und Grundsätze vertreten, an einem einzigen Ort des Respekts und der Toleranz zu vereinen?

Am 7. Januar 1950 war die Geschichte Brasiliens Zeuge dieses gigantischen Schrittes, der auf dem Gebiet des inter-religiösen Zusammenlebens erzielt worden ist: es war dies der Beginn des bahnbrechenden Kreuzzuges der Schwesterreligionen, der die Grundlagen legte, für das, was später dann die Religion des Neuen Gebot Jesus sein sollte, die Ökumenische Religion Brasiliens und der Welt.

Dieser neuartige Vorschlag wurde vom Radiosprecher und Journalisten Alziro Zarur (1914-1979) konkretisiert – der die Legion des Guten Willens (LGW) sechs Tage zuvor am 1. Januar des Jahres 1950 gegründet hatte und dann Jahre später, am 7. Oktober 1973 in der Stadt Maringá/PR in Brasilien die Religion der Universalen Liebe auf eben diesen Fundamenten des unbegrenzten Ökumenismus proklamieren sollte.

Die erste Zusammenkunft
Die erste Auflage dieses historischen Kreuzzuges der Schwesterreligionen fand damals im Saal des Rates der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), in der Landeshauptstadt Rio de Janeiro in Brasilien statt, am selben Ort, an dem die vorbereitenden Versammlungen in den letzten Monaten des Jahres 1949 stattgefunden hatten. Alziro Zarur hatte die erinnerungswürdige Sitzung einberufen und diese auch geleitet, in der sich Vertreter der unterschiedlichsten Richtungen des Glaubens und des Nichtglaubens, sowie von den Gebieten des menschlichen Wissens in einer von gegenseitigem Respekt bestimmten Zusammenkunft versammelten, die von der Legion des Guten Willen im Neuen Gebot Jesu begründet wurde: „Liebet einander, so wie auch Ich euch geliebt habe.“ (Johannesevangelium, 13:34).

  • Foto: Arquivo LBV

Die erste ökumenische Zusammenkunft der Legion des Guten Willens, der Kreuzzug der Schwesterreligionen, bei der die religiöse Zwischenbeziehung proklamiert wurde. Im Foto oben, rechts von Zarur stehend, Teles da Cruz (Katholizismus), links davon Murilo Botelho (Esoterik) und Ascânio Farias (Positivismus).

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Auf dieser Sitzung artikulierten ihre Gedanken: Salustiano César, protestantischer Pastor; Teles da Cruz, Katholik; Murilo Botelho, Esoteriker; Leopoldo Machado, Spiritualist; Eugênio Figueiredo, Freidenker; Samuel Linderman, Jude; und Ascânio de Farias, Positivist.

In diesem Augenblick wurde in Brasilien ein Zeichen gesetzt, das eine große Auswirkung auf die Gesellschaft haben sollte und das für die Praktik einer absoluten Solidarität neue Wege eröffnete, denn so schloss bereits Alziro Zarur, dass es keinen Frieden für die Welt geben könne, wenn die Religionen keinen Guten Willen*1 unter sich hätten.“

„Ein wahrhaftiges Wunder“
So wuchs auf diese Weise in jeder Versammlung die Zahl der im Saal der ABI Anwesenden. Herbert Moses (1884-1972), der geschäftige Vorsitzende der Brasilianischen Pressevereinigung erklärte, vom Erfolg dieser Versammlungen überrascht: „Zarur hat ein wahrhaftiges Wunder vollbracht, so viele herzliche Feinde in der LGW zu vereinen.“

Unter dem Titel „Vom Wert der Zusammenarbeit“ veröffentlichte der evangelische Geistliche, Salustiano César in der Zeitschrift Der Christ (vom 31. Januar 1959) eine Reportage über das Entstehen der LGW, aus dem Blickwinkel von jemandem, der selber bei diesem erinnerungswürdigen Kreuzzug der Schwesterreligionen dabei gewesen ist. Hier nun, ein Auszug aus diesem historischen Dokument: „(...) Unser Beitrag, der auf Römer, 12 basierte, wurde von Seiten der Redner mit außergewöhnlichem Beifall aufgenommen, darunter: ein Israelit, ein Positivist, ein Esoteriker, ein Römisch-Katholischer, ein Freidenker. Äußerst beeindruckend war diese Feierstunde auf Grund ihrer letztendlichen Zielsetzung die „Menschen des Guten Willens“ zum Wohle derjenigen zu versammeln, die im Leben abseits stehen. Zu diesem Zweck wurde die „Legion des Guten Willens“ ins Leben gerufen, die „ohne Vorurteile“ all denen hilft, die mit Schmerzen in ihrem Zuhause darniederliegen oder in Krankenhäusern eingekerkert sind. Welch eine Lektion ist die, die von Gott kommt!“.

Das Echo in den brasilianischen Medien
Auf Grund der Relevanz der Fakten war das Echo in den brasilianischen Medien groß. Damals, im Januar 1950, veröffentlichte die Zeitung O Globo, des Journalisten und Unternehmers Dr. Roberto Marinho (1904-2003) Artikel, in denen das Auftreten der Legion des Guten Willens begrüßt wurde. Einer dieser Artikel, der am 26/1/1950 erschien, hielt fest: „Es gibt einen Aspekt bei der kürzlich vollzogenen Gründung der LGW, der es verdient hervorgehoben zu werden, und dessen Bedeutung gebührend zu würdigen. Es handelt sich um die wahrhaftige Verbrüderung aller religiöser Glaubensrichtungen untereinander, die in dieser besagten Bewegung vollzogen wurde. Vor allem aber, die moralische und materielle Unterstützung von Kranken und Bedürftigen. (...) Weder sind Ereignisse wie diese üblich, noch geschehen häufig
Mobilisierungen von solch großer moralischer Reichweite. (...)“.


Der Ökumenismus der Schwesterreligionen
In einer seiner letzten literarischen Werke Es ist wichtig umzuerziehen!*², erinnert der Vorsitzende der LGW, José de Paiva Netto an diesen historischen Augenblick und vertritt die Bedeutung dieses ökumenischen Wahlspruchs, der von der Institution erst erhoben werden musste: „Unser Wort ist ja, das des Ökumenismus der Schwesterreligionen, der auf so wegweisende Weise von Alziro Zarur in Brasilien verkündet worden ist. Es ist dies der, der religiösen Zwischenbeziehung der Religion des Guten, des Ökumenismus, der den Frieden über alle Hindernisse stellt, der alle liebt und einen gemeinsamen Nenner darstellt, der all den Hass besiegt, der die Augen der Kreatur erleuchtet und sein Herz mit Liebe befruchtet, die, in den Worten Pater João de Britos (1647-1693), den ‚vollendeten Impuls Gottes darstellt, die Energie, welche die Welten bewegt’, die überall und Alles ist.“

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*Guter Wille – „Wie lehrte es Alziro Zarur (1914-1979), ein Guter Wille ist keine gute Absicht. Guter Wille ist ein guter, fester und entschlossener Wille, der weiß was er will, der von Wahrheit und Liebe erleuchtet ist. Er hat nichts mit einer guten Absicht zu tun, von dem, wie es im Volksmund so schön heißt, „die Hölle voll ist“. So hebt es der Schriftsteller Paiva Netto in seinem Artikel, Wahre Barmherzigkeit akzeptiert keinen Egoismus hervor, der in hunderten Zeitungen, Zeitschriften und Websites in Brasilien und im Ausland veröffentlicht wurde. Lesen Sie weitere Artikel des Schriftstellers und besuchen Sie: www.paivanetto.com.

- Es ist dringend umzuerziehen! – Vom Bestseller des Schriftstellers Paiva Netto wurden bereits über 230 Tausend Exemplare verkauft. In Kürze wird es auch als E-Book erscheinen.

Übersetzung: Thomas Hempfing
Revision: Mônica Moraes